Urlaub

Griechenland: Wenig Schnäppchenurlaube trotz schwacher Wirtschaft

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Griechenland ist beliebt wie nie zuvor – bis zum Jahresende sollen, so die aktuellen Schätzungen und Prognosen, rund 30 Millionen Menschen ihren Urlaub in Griechenland verbracht haben. Doch wer nun glaubt, dass die günstigen Preise für den Ansturm verantwortlich sind, der irrt. In Tinos kosten zwei Sonnenliegen und ein Sonnenschirm 6 Euro/Tag. Auch in den Restaurants muss man deutlich tiefer in die Tasche greifen – einen Bauernsalat gibt es für rund 8 Euro, ein kleines Bier für 4 Euro. Berücksichtigt man die Tatsache, dass Tinos keinesfalls zu den Top-Destinationen gehört, so darf man nicht überrascht sein, dass die Preise in Santorin, Paros, Mykonos oder Naxos noch höher sind.

Seit dem Jahr 2009 sind die Preise um mehr als 45 Prozent gestiegen

Auch wenn es in Griechenland definitiv nicht mehr billig ist, so ist das Land dennoch der Gewinner der Urlaubssaison 2017. Mehr als 30 Millionen Menschen sind 2017 nach Griechenland geflogen. Das ist – verglichen mit dem Jahr 2016 – ein Plus von 10 Prozent. Insgesamt darf sich das krisengeplagte Land über 14 Milliarden Euro freuen. Doch wer glaubt, dass Griechenland noch immer so günstig wie vor wenigen Jahren ist, der irrt. Auch wenn die Inflationsrate bei gerade einmal 1,0 Prozent liegt, so sind es vor allem die relevanten Posten für die Urlauber, die extrem in die Höhe geschnellt sind. So stiegen die Preise in den Restaurants, Cafés, Konditoreien, Hotels, Pensionen und Motels um rund 2 Prozent. Auch die Transporte wurden teurer – für Taxifahrten musste man im Sommer 2017 um rund 6,9 Prozent mehr als im Jahr 2016 bezahlen. Auch Tabakwaren und alkoholische Getränke wurden um 7 Prozent teurer. Doch auch die Hotels sind extrem teuer geworden – in Santorin oder Mykonos gibt es kaum noch ein Hotelzimmer für unter 150 Euro die Nacht. Die Fähre von Piräus nach Lesbos (inklusive Rückfahrt) kostet eine Familie mit Auto mehr als 600 Euro. Vergleicht man die aktuellen Preise mit dem Jahr 2009, so stiegen die Preise um 45,37 Prozent! All jene, die ihren Urlaub in Griechenland verbrachten, entschieden sich für ein recht teures Vergnügen.

Keine Besserung in Sicht

Doch die höheren Preise sorgen keinesfalls für eine Verbesserung der Landessituation. So bleiben den Köchen, Kellnern, Zimmermädchen und Rezeptionisten nicht viel übrig. Die monatlichen Löhne liegen zwischen 200 Euro und 300 Euro; ein „Besserverdiener“ kommt gerade einmal auf 900 Euro. Freie Tage? Fehlanzeige. Gearbeitet wird an allen sieben Wochentagen. Unbezahlte Überstunden? Normal. In vielen Fällen werden die Kellner oder Zimmermädchen auch illegal beschäftigt. Die Folgen? Eine noch schlechtere Bezahlung und kein Versicherungsschutz.

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